Herren 2 – Saisonvorbereitung (2016/17): Vorbereitungsturnier am 11.09.16

Am letzten Sonntag war es soweit. Die inzwischen fast schon legendäre zweite Mannschaft der Deutschen Jugendkraft Westen 23 begann mit der Mission Wiederaufstieg. Zwar stand noch nicht der Beginn des regulären Ligabetriebs an, doch sollte bei einem von der SG Rotation Prenzlauer Berg ausgerichteten Vorbereitungsturnier eine erste Standortbestimmung erfolgen. Dies gelang mit dem Finalsieg bei dem für Berlin- und Bezirksligisten ausgeschriebenen Turnier eindrucksvoll. Doch eins nach dem anderen.

Angereist mit 11 Mann stellten wir den breitesten Kader aller teilnehmenden Mannschaften. Dieser Umstand kam uns auch im Laufe des sehr langen Turniers zu Gute. In der Halle am Anton-Saefkow-Platz bestand unser Kader aus den beiden Diagonalangreifern Robin, unserem Kapitän, und Marian, unserem Bierwart. Dazu kamen unser Mannschaftsarzt und Libero Phillip „die Pille“ und unsere Vereinslegende und Zuspieler Andy, sowie meine Wenigkeit als Andys Back-Up. Auf der Mittelblockposition waren neben „den Zwillingen“ Thomas und Thomas auch Mannschaftsmethusalem Christian am Start. Als Außenangreifer boten wir unseren Rohdiamanten Henry auf, sowie Markus „den Hexer“ und den bedenklich austrainierten Chris 🙂 Es fehlten nur die Neuzugänge Timm und Stephan und das Mannschaftsphantom Lars.

Bei diesem Kader konnte ja eigentlich nichts schiefgehen… dachten wir. Bis zum ersten Satz, in dem alles schiefging. Das erste Spiel durften wir gegen die Füchse, einem direkten Ligakonkurrenten, bestreiten und wurden direkt mal richtig verhauen. Die Annahme kam nicht nach vorne, die Abstimmung Zuspiel-Angriff stimmte nicht und unser Aufschlag war erbärmlich. Die Quittung war eine Klatsche mit lediglich 14 eigenen Punkten. Der zweite Satz wurde zwar besser, doch hatten wir weiterhin mit dem sicheren Spiel und den platzierten Aufschlägen der Füchse Probleme, sodass wir auch diesen verloren.

Im zweiten Spiel ging es damit schon um den Erhalt der Viertelfinalchance. Gegen den zwar nicht sportlich in die Bezirksliga aufgestiegenen aber nachgerückten Ligakonkurrenten RPB III sollte allerdings der erste Saisonsieg bejubelt werden. Wir spielten zwar noch keinen grandiosen Volleyball, aber unsere Annahme stabilisierte sich und daher genügte die höhere individuelle Klasse für einen verdientes 2:0.

Damit war das Viertelfinale erreicht. In diesem mussten wir gegen den letztjährigen Ligakonkurrenten und Mitabsteiger EBT ran. Die Dauerkartenbesitzer der letzten Saison werden sich an zwei schmerzhafte Niederlagen erinnern, die maßgeblich mit zum Abstieg geführt hatten. Daher hatten wir in wohl noch eine Rechnung zu begleichen. Angeführt von Andy und Marian feierten wir schlussendlich auch einen umjubelten 2:1 Erfolg. Nach dem der erste Satz sehr ausgeglichen war und denkbar knapp verloren ging, wurde der zweite Satz zu einer Machtdemonstration unsererseits. Bei uns klappte alles und beim Gegner nüscht. Daher konnte wir uns auch eine komfortable 20:12 Führung erspielen. Zu diesem Zeitpunkt war allen klar, dass es in den entscheidenden dritten Satz gehen würde. Dieser gestaltete sich äußerst ausgeglichen und doch waren wir es, die sich den ersten Matchball erspielten. Dieser wurde noch vergeben, doch nach dem wir sogar gegnerische Matchbälle abgewehrt hatten, konnten wir letztendlich eine unserer Chancen nutzen und das Spiel denkbar knapp für uns entscheiden. Revanche Nummer 1 war geglückt, doch die Nummer 2 sollte umgehend folgen.

Im Halbfinale trafen wir nämlich auf den SCC II, gegen die wir in der letzten Saison sogar eine 2:0-Satzführung aus der Hand gegeben hatten. Diesmal wurden wir von Robin aufs Feld geführt, der sich in diesem Spiel in einen wahren Rausch spielen sollte. Punkt um Punkt machte unser Diagonalangreifer und ließ den gegnerischen Block ein ums andere Mal richtig schlecht aussehen. Nun mag der ein oder andere Kritiker sagen: „Wenn ich so hoch springen könnte, könnte ich das auch!“ Dazu kann ich nur sagen: „Ja stimmt!“ 🙂 Dank einer herausragenden Feldabwehr in der Philipp den gegnerischen Angriffen mit surrealen Abwehrtechniken ein ums andere Mal den Zahn zog und einer urbayerischen Wand in der Mitte sowie einem Christian in seinem dritten oder vierten Frühling gelang es uns die offensivstarken Charlottenburger zu kontrollieren. Auf Grundlage der inzwischen souveränen Annahme um Henry, Chris und Markus konnten wir eine zu diesem Zeitpunkt der Saisonvorbereitung überraschend souveräne Vorstellung abliefern und schickten die SCCler verdient mit 2:0 nach Hause. Und die Krönung sollte noch folgen.

Im Finale ging es gegen das zweite Heimteam, die zweite Mannschaft von RPB, deren Libero ein alter Weggefährte vieler unserer Mitspieler ist und etliche Jahre beim DJK gespielt hatte. Da RPB II in die Berlinliga aufgerückt ist, spielten wir das zweite Spiel in Folge gegen einen Berlinligisten. Bei der Startaufstellung vertrauten wir im Zuspiel auf Andys Erfahrung und auf Robin „das Känguruh“ als Diagonal sowie die Thomas-Zwillinge. Die Außen blieben bei ihrer gewohnten Rotation. Der Kräfteverschleiß war jedoch beiden Teams anzumerken. So machte es sich Thomas „der Freistaatler“ zum Hobby Bälle auf unserer Seite des Netzes runter zu blocken und Robin schaffte es mehr Bälle in einem Ballwechsel zu legen als in der ganzen letzten Saison 🙂 Dennoch gewannen wir den ersten Satz äußerst knapp und vielleicht auch etwas glücklich mit zwei Punkten Abstand. Im zweiten Satz war etwas die Luft raus und wir verloren mit einigen Punkten Differenz. Also sollte der Tiebreak entscheiden. Und hier zeigte sich wieder unsere ganze Klasse. Früh konnten wir uns absetzten und mit 8:4 auf die andere Seite wechseln. Auch wenn wir nochmal wackelten brachten wir das Ding schlussendlich nach Hause. Und es war Thomas „klein“ 🙂 vorbehalten das letzte Aufbäumen des Gegners mit einem Block und dem anschließenden Abstauben des von der Sicherung zurückprallenden Balles zu beenden und den Deckel drauf zu machen.

Die zwei Siegerfässer waren ENDLICH unser. Doch bei der Siegerehrung dann die böse Überraschung. Es gab nur EIN Fass!!! Doch dieses Missverständnis konnte glücklicherweise geklärt werden, sodass wir am Ende eines langen und erfolgreichen Tages mit zwei Fässern den lauen Spätsommerabend vor den Halle genießen konnten und unseren gelungenen Saisonstart feiern konnten. Das machte wirklich Lust auf mehr. Nicht nur etablierte Kräfte konnten zeigen, dass mit ihnen auch in dieser Saison zu rechnen ist, sondern auch Spieler, die in der letzte Saison weniger Spielanteile erhielten, konnten sich nachdrücklich empfehlen. So soll es weitergehen. Die Bezirksliga muss sich warm anziehen. Auf dass wir das dritte Mal in den letzten 7 Jahren in die Berlinliga aufsteigen 🙂

(von Johannes Kilanowski)

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Video-Link: https://vimeo.com/183227628
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