Herren 2 – 7. Spieltag (2016/17): Stotterstart ins neue Jahr

Warum gibt es eigentlich Sonntagsspieltage? Der Wecker klingelt zu einer unanständig unchristlichen Zeit, man quält sich mühsam aus dem Bett, ist froh wenn die BVG den Betrieb überhaupt schon wieder aufgenommen hat und steht letztlich noch völlig benommen auf dem Spielfeld – manchmal auch Schlimmeres 😉 – und dann kommt am Schluss oft nicht einmal was Zählbares bei raus. Tja, nachdem wir bereits den ersten Sonntagsspieltag der Saison in den Sand gesetzt hatten (mit Grauen werden sich unsere geneigten Leser an den 5. Spieltag erinnern), sollte der zweite nur unwesentlich besser verlaufen. Doch Eins nach dem Anderen.

Am Sonntag, den 15.01., mussten wir auf dem Prenzlauer Berg zu unserem ersten Spieltag im neuen Jahr antreten. Ausrichter war die dritte Mannschaft der SG Rotation Prenzlauer Berg, die neben uns mit dem BVV noch den starken Viertplatzierten empfingen, die wir in einem packenden Hinspiel am 4. Spieltag mit 3:1 besiegt hatten. Die Jungs der SG waren auf Grund des Spielplans für uns hingegen noch ein gänzlich unbeschriebenes Blatt, aber laut der Tabelle mit Platz 9 wohl kein echter Prüfstein. Wie am letzten Spieltag war uns leider im Vorfeld das Glück nicht unbedingt hold und wir mussten die kurzfristigen krankheitsbedingten Absagen von unserer Vereinslegende Andy und unserem Kapitän Robin verkraften. Und als wäre das noch nicht genug, musste Knackarsch Henry auch noch mit einer zu engen Hose spielen :). Daher reisten wir lediglich mit neun Mann in den Berliner Norden. Mit an Bord waren Chris, Markus, Henry und Stefan auf Außen, die Thomas-Zwillinge auf der Mitte, Marian auf Diagonal und Philipp als Libero. Auf der Zuspielposition durfte es heute mal Johannes versuchen 🙂

Die Sonne war kaum aufgegangen und gleich im ersten Spiel ging es für uns gegen einen unglaublich motivierten und physisch starken BVV und obwohl wir uns vorgenommen hatten, es geschlossen am Samstag ruhiger angehen zu lassen, um fit und ausgeruht gegen dieses Topteam antreten zu können – was wohl auch weitestgehend umgesetzt wurde – kamen wir im ersten Satz beispiellos unter die Räder. Da wir uns quasi von alleine aufstellten, gab es lediglich auf der Außen-Annahme-Position mehrere Optionen, sodass neben Marian, Philipp, Thomas & Thomas und meiner Wenigkeit noch Markus und Chris in die Anfangsformation beordert wurden. Nachdem die ersten Punkte noch ausgeglichen gestaltet werden konnten, nahm das Desaster seinen Lauf und unsere Annahme zerfiel beim Stand von 3:2 buchstäblich. Der gegnerische Diagonalangreifer schlug uns einen Float-Aufschlag nach dem Anderen um die Ohren und stellte auf ein niederschmetterndes 3:14. Im Anschluss fingen wir uns ein wenig und fanden langsam in unser Spiel, aber mehr als ein überdeutlicher 14:25 Satzverlust sollte nicht mehr herausspringen. Da hatten einige wohl noch nicht aus dem Bett gefunden.
Im zweiten Satz sollte sich das Bild jedoch komplett wenden. Mit einiger Wut und Enttäuschung über die herbe Abreibung im Bauch wollten wir umgehend den Satzausgleich. Und diesmal war es mit Marian unser Diagonalangreifer, der mit seinen wuchtigen Sprungaufschlägen die Annahme des BVV zerlegte und uns einen 12:5 Vorsprung herausspielte. Auch im Angriff war Marian im Anschluss nicht zu stoppen und so sollte der BVV sich von diesem Rückstand nicht mehr erholen und wir den zweiten Satz mit 25:16 für uns entscheiden. Besser hätten wir auf diesen ersten Satz nicht reagieren können.
Im dritten Satz hatte sich nun ein Spiel auf Augenhöhe entwickelt. Der BVV konnte weiterhin mit seiner unglaublichen Offensiv-Power beeindrucken, während wir mit unserem technisch etwas versierterem Spiel das Geschehen offen halten konnten. Zu keinen Zeitpunkt des Satzes gelang es einer Mannschaft sich weiter als drei Punkte abzusetzen und so sollte sich eine äußerst enge Satzendphase entwickeln. In dieser sah es für uns zunächst sehr gut aus, als wir uns mit purer Willenskraft und einer aufopferungsvollen Abwehr zwei Breaks erkämpften und uns auf 22:20 absetzen konnten. Doch der BVV konterte umgehend, konnte aber unseren ersten Satzball bei 25:24 nicht verhindern. Leider gelang es uns nicht diesen zu nutzen, was im Anschluss dem Gegner bedauerlicherweise sehr viel besser gelang, der seinen ersten Satzball mit einem krachenden Ass zum 25:27 Satzgewinn veredeln sollte.
Der vierte Satz war damit unsere letzte Chance auf einen Punktgewinn, doch er sollte leider sehr ähnlich wie der dritte Satz verlaufen. Wir starteten zwar zunächst mit einem sensationellen 5:0-Lauf, doch der BVV konnte umgehend auf 5:4 verkürzen und so gelang es keiner Mannschaft sich bis zur Satzmitte ernsthaft abzusetzen. Erst beim Stand 17:18 war es mal wieder an Marian mit seinen brachialen Sprungaufschlägen für eine 4-Punkte-Serie zu sorgen und uns zum Satzende wieder mit 21:18 in Front zu bringen. Doch dann sollte uns das Glück plötzlich endgültig verlassen. Nicht nur, dass unsere Annahme ab dem 22:19 plötzlich keine Hand mehr an das Service des gegnerischen Mittelblockers bekam, beim Stand von 22:22 verdrehte sich unser Zuspieler – also ich :´( – bei einem verzweifelten Blockversuch leicht das Knie und konnte nur noch humpelnd weiterspielen. Endgültig aus dem Tritt geraten misslangen uns auch die folgenden drei Aktionen und der BVV konnte dank einer 5-Punkte-Serie den 22:25-Satzgewinn bejubeln.
Am Ende stand gleichermaßen ein, dank der couragierten und athletischen Spielweise des Gegners, verdienter 3:1-Sieg (14:25, 25:16, 25:27, 22:25) des BVV, wie eine, auf Grund der beiden Führungen in den Satzendphasen des dritten und vierten Satzes, ärgerliche Niederlage für uns zu buche. Da konnte es nur heißen einmal kräftig schütteln und im nächsten Spiel gegen den Gastgeber wieder punkten.

Doch zunächst mussten wir das zweite Spiel pfeifen und konnten erneut einen 3:1-Sieg des BVV gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg beobachten.

Im letzten Spiel des Tages ging es für uns also um Wiedergutmachung. Unser Zuspieler musste auf Grund der angespannten Personaldecke leider weitermachen und wurde mit diversen Wunderpillen aus Philipps Hausapotheke aufgepäppelt. Auf den Außen-Positionen durften die im ersten Spiel nicht berücksichtigten Henry und Stefan ran. Die restliche Startfünf stellte sich wieder einmal von alleine auf.
Gegen eine solide RPB-Mannschaft traten wir nicht immer voll konzentriert, aber des öfteren mit einer erfrischenden spielerischen Leichtigkeit auf. Diese führte immer wieder zu spektakulären Punkten und teilweise deutlichen Führungen, die wir auf Grund der mangelnden Konzentration jedoch meistens wieder verspielten. Doch auch im zweiten Spiel des Tages war auf den bärenstarken Marian Verlass und jedesmal wenn es knapp zu werden drohte, forderte er vehement die Bälle und brachte uns in jedem Satz auf die Siegerstraße. Nebenbei konnte vor allem Thomas „groß“ glänzen, der immer wieder in beeindruckender Manier sein erstes Tempo durch die Mitte durchbrachte und den gegnerischen Block oftmals vor unlösbare Aufgaben stellte. Schlussendlich konnten wir gegen einen sich wacker verkaufenden Gegner ein ungefährdetes 3:0 (25:17, 25:22, 25:19) feiern und unsere Pfichtaufgabe an diesem Tag, zwar nicht immer überzeugend, aber insgesamt souverän, lösen.

Drei Punkte aus zwei Spielen ist natürlich für unsere direkten Wiederaufstiegsambitionen zu wenig. Durch unsere Niederlage konnte Wedding 1 (39) an der Spitze nun auf 5 Punkte davonziehen und unsere Verfolger konnten wieder zu uns aufschließen. So hat EBT (33) nur noch einen Punkt Rückstand auf uns und die BVVler (29) sind auf 5 Punkte herangekommen. Der Kampf um die Aufstiegsplätze bleibt somit weiterhin spannend. Auf uns warten am nächsten Spieltag, dem 12.02. – leider wieder ein Sonntagsspieltag 🙁 – der überraschend starke fünftplatzierte Berliner TSC, der im Hinspiel chancenlos gegen uns war, und der Tabellenletzte aus Lichtenberg. Es ist an uns dann endlich den Sonntagsfluch dieser Saison zu brechen und endgültig im neuen Jahr anzukommen. Tuut Tuuuut!

Von Johannes Kilanowski

Es spielten: Thomas und Thomas, Marian, Henry, Stefan, Chris, Markus, Philipp und Johannes

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