Herren 2 – 5. und 6. Spieltag (2016/17): Die Wiederauferstehung der Lokomotive

Endlich gibt es mal wieder Neues von der Bimmelbahn aus Steglitz zu hören. Nach dem vorletzten Spieltag warteten unsere geneigten Leser ja leider vergebens auf Berichte von den Spielen ihrer geliebten DJKler gegen den VfK II und die zweite Mannschaft der Weddinger. Das lag daran, dass unser Autorenteam nach den zwei schmerzhaften Niederlagen, deren betrübliche Kunde bestimmt schon bis in den letzten Winkel der Volleyball-Welt vorgedrungen ist, sich emotional nicht in der Lage sah die Geschehnisse dieses Wochenendes in Worte zu fassen. Dieses Versäumnis soll nun in wenigen Sätzen nachgeholt werden.

Am Sonntag, den 4.12. (5. Spieltag), erfüllten sich leider die seit Wochen gehegten Befürchtungen. So war auf Grund der abnehmenden Trainingsbeteiligung und der, bedingt durch den Startrekord von 8 Siegen, zwar durchaus verständlichen aber etwas sorglosen Euphorie früher oder später ein Einbruch der Ergebnisse zu erwarten gewesen. Das es so dicke kam, war jedoch etwas zu viel des Guten. Im ersten Spiel gegen den VfK zeigten wir uns nicht nur in der Annahme überfordert, auch die Abwehr kam zu keinem Zeitpunkt des Spiels ins Rollen. Nachdem der erste Satz verdient an die Südwestler gegangen war und im nächsten Satz keine Besserung in Sicht war, wechselten wir Mitte des zweiten Satzes auf der Zuspielposition und für Marian durfte sich der erst nach Anpfiff aus Leipzig eingetroffene Robin versuchen. Leider blieb unser Spiel unverändert kraftlos und fehlerbehaftet. Insbesondere in den Endphasen der Sätze spielte der VfK seine Punkte einfach cleverer aus. Die Konsequenz war eine deutliche 3:0-Klatsche, die gleichbedeutend mit dem ersten Punktverlust der Saison war (21:25, 24:26, 26:28).
Im zweiten Spiel des Tages mussten wir gegen die zweite Mannschaft des TSV Wedding ran. Erklärtes Ziel war eine deutliche Reaktion auf das vorangegangene Spiel zu zeigen und einen ähnlich klaren Sieg wie im Hinspiel (3:0) einzufahren. Und es ging auch gut los für uns. Entspannt und wieder mit einem Lächeln im Gesicht ließen wir den Weddingern im ersten Satz nicht den Hauch einer Chance. Eine Aufschlagserie Mitte des Satzes reichte für einen deutlichen Satzgewinn (25:16). Im zweiten Satz versuchten wir diese Lockerheit zu bewahren, verfielen jedoch eher in sorglose Lethargie. Daraus resultierte ein überraschender Satzverlust, der uns leider wieder unseren Spielrhythmus kosten sollte (22:25). Im dritten Satz gelang es uns nicht die Intensität des ersten Satzes wieder aufzubauen und so ging auch dieser an die Weddinger (23:25), bei denen insbesondere der Diagonalangreifer, der im Hinspiel noch gefehlt hatte, zu glänzen wusste. Auch wenn wir im vierten Satz kurzfristig zu unserem Spiel zurückfanden und die Weddinger phasenweise vorführten (25:12), endete das Spiel symptomatisch für diesen Spieltag in einem dramatischen fünften Satz, den wir logischer Weise nach einem schier endlosen Schlagabtausch mit 21:23 verloren. Damit stand an diesem schwarzen Sonntag mit 2:3 die zweite Niederlage zu buche (16:25, 25:22, 25:23, 12:25, 23:21).
Allen war klar, dass die fünf Punkte, die wir liegen gelassen hatten, uns die Tabellenführung kosten würde, dementsprechend düster war auch unsere Stimmung. Die Lokomotive war nach ihrem unfassbaren Höhenflug der letzten Wochen krachend gegen den Prellbock der Realität geknallt. Und das ausgerechnet vor dem schweren Spiel gegen die starke Mannschaft des Empor Brandenburger Tor. Nun hieß es also Wunden lecken und gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Zwei Wochen später stand nun am 6. Spieltag der zweite Heimspieltag an, zu dem wir die SG Fernsehen und die Jungs des EBT begrüßen durften. Wie schon am 2. Spieltag in eigener Halle, gaben wir uns alle Mühe gute Gastgeber zu sein. Ein üppiges Buffet, unzählige Bierkästen, Glühwein und eine rappelvolle Halle sollten uns unsere Mini-Krise überwinden helfen. Da kam die SG Fernsehen, die mit der roten Laterne angereist war, als Aufbaugegner gerade recht. Doch zunächst hieß es einige Hiobsbotschaften zu verdauen, so wurde nicht nur Stefan nicht mehr rechtzeitig fit (Knöchelprobleme), auch Marian wurde von einer dicken Erkältung erwischt und empfahl sich damit nicht mehr unbedingt für die Startsechs. Doch am dicksten erwischte es unseren Libero Philipp, dem es so schlecht ging, dass er gänzlich auf eine Anreise verzichtete. Durch Abwesenheit der beiden verreisten Außenangreifer Andy „the Bertge“ und Henry „dem Schlächter“ konnten wir für das Spiel gegen die SG lediglich auf einen achtmannstarken Kader, bestehend aus Chris und Markus auf Außen, Robin und Marian auf Diagonal, den Thomas-Zwillingen auf der Mitte und Andy und meiner Wenigkeit auf Zuspiel, zurückgreifen. Ich durfte die ehrenvolle Aufgabe übernehmen und versuchen Philipp auch nur ansatzweise gleichwertig als Libero zu ersetzen, während Marian als Universaleinwechselspieler die Bank für sich alleine hatte. Diese Notaufstellung sollte allerdings für die recht zahnlosen Jungs von der SG Fernsehen allemal reichen. Aus einer soliden Annahme konnte ein spielfreudiger Andy, dem anzumerken war, dass es ihn nach einigen Wochen der Abwesenheit mächtig in den Fingern juckte, nach Belieben die Bälle verteilen und drei deutliche Satzgewinne herausgespielt werden (25:14, 25:11, 25:13).
Die Pflichtaufgabe war also erledigt, doch nun stand das immens wichtige Spiel gegen den Tabellendritten an. Für uns als Tabellenzweiter, die nur einen Punkt vor den EBTlern lagen, wie für den Gegner war dieses Spiel sicherlich ein 6-Punkte-Spiel. Zu allgemeinen Freude hatte Philipp sich seine gesamte Hausapotheke eingepfiffen und erschien pünktlich zur Erwärmung in der Halle. Dies war auch bitter nötig, da Andy leider von seinen kranken Kindern zu Hause gebraucht wurde und uns unmittelbar nach dem Sieg gegen die SG verlassen musste. So stellten wir uns wieder ganz von alleine auf. Mit Philipp als Libero und mir im Zuspiel ging es ansonsten unverändert in die Partie. Und die Anfangsphase sollte gleich mächtig in die Hose gehen. Schnell lagen wir mit 7:1 hinten und mussten die erste Auszeit nehmen. Doch diese sollte fruchten und allmählich fanden wir zu unserem Spiel. Punkt für Punkt arbeiteten wir uns an unseren Gegner heran und hatten so Mitte des Satzes den Anschluss wieder hergestellt. Doch irgendwie fehlte allen Aktionen die letzte Entschlossenheit und viele unnötige Eigenfehler ließen die EBTler schlussendlich den Satzgewinn bejubeln (23:25).
Der zweite Satz verlief sehr ähnlich wie der erste, außer dass wir diesmal darauf verzichteten gleich zu Beginn einem 6-Punkte-Rückstand hinterher zu laufen. Es entwickelte sich ein äußerst enger Satz, in dem sich keine der Mannschaften weiter als zwei Punkte absetzen konnte. Auch weiterhin hatten wir das Geschehen eigentlich im Griff, konnten jedoch auch weiterhin durch zu viele vermeidbare Fehler nicht vorentscheidend davonziehen, sondern lagen meistens ein oder zwei Punkte hinten. So auch kurz vor Schluss, als wir beim Stand von 19:21 eine Auszeit nahmen. Doch jetzt sollte der Auftritt von Thomas „klein“, oder wie ihn die meisten kennen, Thomas „dem Vollstrecker“ folgen. Unmittelbar nach der Auszeit nahm er sich ein Herz, prügelte zunächst einen Abpraller von der gegnerischen Sicherung auf die andere Netzseite, versenkte anschließend noch einen zweiten Ball, den er eigentlich hätte zuspielen sollen, direkt in der gegnerischen Hälfte und krönte seine bis dahin schon brillante Leistung erst mit einem krachenden Block gegen den gegnerischen Außen, und abschließend noch mit einer kunstvollen Blockvariante, die den Ball ganze 8 Meter auf der Netzkante entlang rollen ließ, bevor er dann ins gegnerische Feld plumpste. Damit bescherte er uns zwei Satzbälle und gleich den ersten unserer Satzbälle sollten wir dank eines technischen Fehlers des gegnerischen Zuspielers nutzen und den Satz mit einer Mini-Serie von drei Punkten für uns entscheiden. Endstand 25:22. Alles also wieder offen.
Im dritten Satz mussten wir gleich zu Beginn leider wieder einem Rückstand hinterherlaufen (0:5). Doch nun sollte unsere stärkste Phase in diesem Spiel beginnen. Mit Hilfe von druckvollen Aufschlägen hatten wir das Spiel beim Stand von 7:8 beinahe schon wieder ausgeglichen. Es blieb jedoch weiter bei dem engen Spiel der beiden ersten Sätze und erst zwei Aufschlagserien von Thomas „klein“ (4 Punkte) und Thomas „groß“ (6 Punkte) sollte uns einen deutlichen Satzgewinn einbringen. Insbesondere unser Urbayer beeindruckte mit seiner nicht enden wollenden Serie, mit der er nach 19:19 den 25:19-Endstand herstellte und dabei drei direkte Asse schlug. Der erste Punkt war eingefahren, doch jetzt wollten wir mehr.
Also rein in den vierten Satz dieser unglaublich intensiven und engen Begegnung. Diesmal in der Anfangsphase wieder deutlich wacher konnten wir uns dank Thomas aka „die Krainz“ präzisen Aufschlägen auf 9:3 absetzen. Doch die Jungs von EBT gaben sich nicht auf und kämpften sich nicht nur umgehend zurück ins Spiel (10:12), sondern setzten sich auch auf vier Punkte ab (15:19). Der fünfte Satz schien nahe, doch mit einer Energieleistung und einem Robin mit Nerven wie Drahtseilen, der die letzten beiden Bälle nach über Kopf gebaggerten Harakiri-Pässen in den gegnerischen Block zu drücken wusste, konnten wir den Satz noch drehen und auch den vierten Satz denkbar knapp mit 27:25 für uns entscheiden.

Durch das 3:1 (23:25, 25:22, 25:19, 27:25) hatten wir nicht nur drei wichtige Punkte eingefahren, sondern auch einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg auf vier Punkte distanziert. Dementsprechend gelöst war auch die Stimmung bei der anschließenden dritten Halbzeit, in der wir uns ausgiebig den Resten des Buffets und dem Glühwein widmeten. Insbesondere nach dem völlig verkorksten 5. Spieltag und der angespannten Personalsituation, war mit einem solchen Sieg nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Doch die Lokomotive ist aus der Asche des letzten Spieltags wiederauferstanden und behält ihr Ziel Wiederaufstieg mit nunmehr 31 Punkten und einem Punkt Rückstand auf die 1. Mannschaft des TSV Wedding weiterhin fest im Visier.

Am 7. Spieltag, am Sonntag den 15.01., müssen wir zum Hinspiel gegen die dritte Mannschaft der SG Rotation Prenzlauer Berg (Platz 10), sowie zum Rückspiel gegen die starken Jungs vom BVV (Platz 4) ran, die wir in einem großartigen Hinspiel 3:1 besiegen konnten. Hoffen wir, dass wir dann wieder mit dem gesamten Kader antreten können und uns zwei weitere grüne Zettel holen. Tuut Tuuut.

Es spielten: Andy, Johannes, Marian, Robin, Chris, Markus, Philipp, Thomas und Thomas

Ein Gedanke zu „Herren 2 – 5. und 6. Spieltag (2016/17): Die Wiederauferstehung der Lokomotive

  1. BVV

    Da Fehlen euch aber 2 Punkte zu Wedding 1.

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